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Datenschutz — wer sieht was

Ein Kinship-Netzwerk verarbeitet naturgemäß viele personenbezogene Daten — auch von Menschen, die nicht selbst Kinverse-Nutzer sind. Kinverse ist so gebaut, dass diese Daten mit Respekt behandelt werden.

Wozu

Wenn du eine lebende Person zu deiner Family hinzufügst, ohne sie zu fragen, wäre das ohne Schutzmechanismen ein Datenschutz-Problem. Kinverse baut hier drei Ebenen ein, damit du beruhigt eintragen kannst und die betroffenen Menschen die Kontrolle behalten.

Was du wissen solltest

Sichtbarkeitsmodell — die drei Ebenen

Kinverse unterscheidet für jede lebende Person in einer Family drei Sichtbarkeits-Ebenen:

Ebene 1 — Initialen-Floor (Standard für lebende, ungeclaimte Personen)

Wenn eine lebende Person zur Family gehört, aber ihr Kinverse-Konto nicht mit ihrem Personen-Eintrag verbunden ist (siehe „Claim-Mechanismus" unten), sehen andere Family-Mitglieder von ihr nur:

  • Initialen (statt vollem Namen) — „M. L." statt „Markus Leopold"
  • Beziehungsposition im Stammbaum (Kind von X, Partner von Y)
  • Keine Fotos, keine Details, keine LifeEvents, keine Kontaktdaten

Ausnahme: Owner und Editor deiner Family sehen die vollen Angaben — sie haben die Person ja eingetragen. Nur Viewer sehen den Initialen-Floor.

Ebene 2 — Volle Family-Sichtbarkeit (nach Claim)

Wenn eine lebende Person ihren Personen-Eintrag claimt — also mit ihrem eigenen Konto verbindet — dann entscheidet sie selbst, wer was sieht. Standardmäßig geben Claims vollen Zugriff für Family-Mitglieder frei; die Person kann das aber jederzeit auf Kontaktdaten-nur-Owner oder komplett-nur-Owner einschränken.

Wenn du einen Share-Link für einen Teilbaum deiner Family generierst, sind die dort sichtbaren Personen für jeden mit dem Link zugänglich — auch ohne Kinverse-Konto. Standardmäßig zeigt so ein Share-Link nur verstorbene Personen; lebende Personen bleiben ausgeblendet oder auf Initialen-Floor, wenn nicht geclaimt.

Share-Links haben eine wählbare Ablaufzeit (max. 365 Tage) und können jederzeit widerrufen werden.

Der Claim-Mechanismus

Wenn du eine lebende Person zu deiner Family hinzufügst, kannst du sie einladen, ihren Eintrag zu claimen:

  1. In der Person-Detailseite klick auf „Person einladen"
  2. Trag ihre E-Mail-Adresse ein
  3. Sie bekommt eine Mail: „Markus hat dich als Person in seiner Family Kinverse eingetragen. Möchtest du dich mit deinem Eintrag verbinden?"
  4. Klick auf „Ja, das bin ich" → Kinverse-Konto anlegen oder bestehendes verbinden → der Claim ist aktiv

Nach dem Claim:

  • Du als Owner der Family behältst die Editor-Rechte an der Person (kannst weiter bearbeiten)
  • Die Person hat volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und ihre Sichtbarkeit
  • Ansichten anderer Family-Mitglieder werden aktualisiert — Initialen-Floor entfällt, volle Angaben sind sichtbar (soweit die Person das erlaubt)

Besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO

Einige Angaben gelten unter DSGVO als besondere Kategorien und werden extra schonend behandelt:

  • Religion / Konfession
  • Sterbeursache
  • Heimatzuständigkeit (kann politisch sensibel sein)

Kinverse speichert diese Angaben, wenn du sie einträgst, aber:

  • Sie erscheinen nicht in der KI-Bio-Generierung (Anthropic bekommt die Werte nicht zu sehen)
  • Sie sind für Viewer nur mit ausdrücklicher Freigabe sichtbar
  • Bei geclaimten Personen kann die Person selbst diese Felder verbergen

Was das System für dich macht

Was Wann Details
Sichtbarkeit lebender Personen filtern Bei jedem Ansicht-Aufruf Server-side, Viewer sehen keine Details ungeclaimter Lebender
Foto-URLs signieren Bei jedem Foto-Aufruf 7-Tage-Ablauf, nicht extern teilbar
EXIF-Daten aus Fotos entfernen Beim Upload Automatisch, nicht rückholbar
Audit-Log führen Bei jeder Änderung 12 Monate aufbewahrt, dann automatisch gelöscht
Sensible Kategorien (Art. 9) filtern Bei KI-Bio-Erzeugung Immer, nicht abschaltbar
Retention automatisch (Cron) Sonntag nachts Share-Access-Log 90 Tage, Import-Freitexte 30 Tage

Deine Rechte (Art. 15 ff. DSGVO)

Als Kinverse-Nutzer hast du eine Reihe von Rechten. Kinverse macht die meisten davon direkt in der App möglich:

  • Auskunft (Art. 15) — Personen-Detailseite zeigt alle deine Daten
  • Berichtigung (Art. 16) — direkt in der Detailseite editieren
  • Löschung / Recht auf Vergessen (Art. 17) — siehe Konto oder Family löschen
  • Datenübertragbarkeit (Art. 20) — GEDCOM-Export, CSV-Export, JSON-Export
  • Widerspruch gegen Verarbeitung — Konto löschen; für Einzelfragen an datenschutz@kinverse.family

Fallen

Ich trage eine lebende Person ein, ohne sie zu fragen

Rechtlich zulässig für den Eintrag im eigenen privaten Rahmen, aber problematisch sobald du die Family mit anderen teilst. Beste Praxis: Die Person informieren und einladen, ihren Eintrag zu claimen. Wenn sie ablehnt: Eintrag löschen oder nur mit Initialen-Floor stehen lassen.

Foto einer lebenden Person

Ein Foto einer lebenden Person hochzuladen, die davon nichts weiß, ist der eigentlich sensible Punkt. Kinverse zeigt es nur Owner und Editor deiner Family — aber es ist trotzdem verarbeitet. Bei Nachfrage der Person: Foto löschen können, tun.

Share-Link versehentlich mit lebenden Personen

Prüf beim Erstellen eines Share-Links, ob das Häkchen bei „Lebende Personen einschließen" gesetzt ist — standardmäßig ist es aus, damit du nicht versehentlich Daten preisgibst.

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